Jede Mauer engt dich ein! Neu Vertrauen fassen.

Gepostet am Aktualisiert am


Ein Student betritt während eines Vortrags das Podium und legt dem Redner wortlos folgenden Text hin. Danach verschwindet er und bleibt anonym.

„Bitte höre, was ich nicht sage! Lass dich nicht von mir narren. Lass dich nicht durch das Gesicht täuschen, das ich mache. Denn ich trage tausend Masken- Masken, die ich fürchte abzulegen. Und keine davon bin ich. So tun als ob ist eine Kunst, die mir zur zweiten Natur wurde. Aber lass dich dadurch nicht täuschen, um Gottes Willen, lass dich nicht von mir narren.

Ich mache den Eindruck, als sei ich umgänglich, sei alles sonnig und heiter in mir, innen wie außen, als sei mein Name Vertrauen und mein Spiel Kühle, als sei ich ein stilles Wasser und als könne ich über alles bestimmen, so als brauchte ich niemanden.

Aber glaub mir nicht, bitte, glaub mir nicht! Mein Äußeres mag sicher erscheinen, aber es ist meine Maske. Darunter ist nichts Entsprechendes. Darunter bin ich wie ich wirklich bin: verwirrt, in Furcht und alleine. Aber ich verberge das. Ich möchte nicht, dass es irgendjemand bemerkt. Beim bloßen Gedanken an meine Schwäche bekomme ich Panik und fürchte mich davor, mich anderen überhaupt auszusetzen. Gerade deshalb erfinde ich verzweifelt Masken, hinter denen ich mich verbergen kann: eine lässige, kluge Fassade, die mir hilft, etwas vorzutäuschen, die mich vor dem wissenden Blick sichert, der mich erkennen würde. Dabei wäre dieser Blick gerade meine Rettung. Und ich weiß es. Wenn er verbunden wäre mit Angenommenwerden, mit Liebe. Das ist das Einzige, das mir die Sicherheit geben würde, die ich mir selbst nicht geben kann: dass ich wirklich etwas wert bin.“

Ich weiß nicht , wie es dir beim Lesen dieses Textes erging, aber mich stimmt er traurig, denn ich erkenne mich darin auf vielfältige Weise wieder. Gibt es Momente, in denen du in dich hineinhorchst und das Gefühl hast, das was eigentlich in dir ist, das, was dich ausmacht, sieht keiner? Du kannst dein Innerstes, deine tief verborgenen Wünsche und Sehnsüchte, Ängste und Hoffnungen mit keinem Menschen da draußen teilen?

Wenn du einen Partner hast, dann hoffe ich für dich, dass ihr voreinander keine Masken tragt und keine Mauern errichtet habt, die euch vor Verletzungen schützen müssen. Dass du in deiner Ehe und Beziehung einen Ort findest, an dem Licht hindurchkommt und der dein Innerstes aufblühen lässt.

Doch wenn gerade dort die schlimmsten Vertrauenbrüche und Verletzungen stattfanden, wer würde nicht die Mauern verstärken, die Fassade schussfest und scheinbar undurchdringlich ausbauen.

Ich gelte in meinem Umfeld als starke, selbstbewusste, dominante Frau. Oft setzen Menschen vor diese Attribute noch ein „zu“, was auch immer mir das sagen soll!? Wahrscheinlich, dass ich nicht richtig bin. Und so baue ich meine Mauern weiter aus und aus und verstärke meinen Schutzwall, ziehe mich in mir zurück.

Bis einmal und nur ein einziges Mal jemand in mein Leben trat, der hinter all das sehen konnte. Hinter meine großen Worte und mein selbstsicheres Auftreten.

Jemand hat diesen Text für mich geschrieben:

Sonnenschein

„Reiß die Mauer ein. Jede Mauer engt dich ein. Jede Mauer aus festem Gestein- kalt und so allein. Lass mich dein Pförtner sein. Öffne das Tor und lasse Licht hinein. Jede Pflanze braucht Licht zum Gedeihn. Du bist allein, sehnst dich nach Sonnenschein. Also reiß die Mauer ein. Ohne Mauer wirst du dich von dem Schmerz befrein. Ohne Mauer wirst du nie mehr alleine sein. Ohne Mauer wirst du dir deine Angst verzeihn. Und kommt der Regen hindurch- erschreck dich nicht, halte den Kurs! Jeder Regen bringt Kälte-Kälte heißt Schmerz. Doch ohne Regen und Sonne gedeiht nicht dein Herz.“

Da draußen gibt es jemanden, der dich sehen kann, der hinter deine Masken sieht und der dich ermutigt neu Vertrauen in Menschen zu fassen, der Liebe eine neue Chance zu geben.Versichern kann ich dir nur, dass Jesus der perfekte vertrauenswürdige Pförter ist. Ich wünsche dir aber auch so einen Mann oder so eine Frau, diese Art Freunde in deinem Leben.

Der Student schließt so:

„Jedesmal, wenn du freundlich und sanft bist und mir Mut machst , jedesmal, wenn du zu verstehen versuchst, weil du dich wirklich um mich sorgst, bekommt mein Herz Flügel- sehr kleine Flügel, sehr brüchige Schwingen, aber Flügel!

Dein Gespür, dein Mitgefühl und die Kraft deines Verstehens hauchen mir Leben ein. Ich möchte, dass du das weißt.

Ich möchte, dass du weißt, wie wichtig du für mich bist, wie sehr du aus mir den Menschen machen kannst, der ich wirklich bin- wenn du willst.

Wer ich bin, magst du fragen? Ich bin jemand, den du sehr gut kennst. Denn ich bin jedermann, den du triffst, jeder Mann und jede Frau, die dir begegnet.“

Selbst wenn Menschen dich enttäuschen, du wirst gesehen, geliebt und bist bis in die Haarspitze angenommen von Gott. Und Gott ist kein Mensch, er wird dich nicht verletzen, er wird dich ermutigen und erbauen in seiner Liebe. Er wird dich nicht von sich stoßen, er wird dir nachgehen, selbst wenn du ihm den Rücken kehrst. Er wird um dein Herz kämpfen und deine Tränen trocknen, auch wenn du vielleicht selbst Schuld an deiner Misere bist. Du glaubst mir nicht? Lies Hosea 11, einer der schönsten Liebesbriefe, wie ich finde.

Der Textauszug des Studenten ist entnommen aus dem Buch von Dr. Tobias Brocher „Von der Schwierigkeit zu lieben“.

 

Geschrieben von Zalea am 6.2.15

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