Spuck es aus bevor du untergehst!

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Gott Vorwürfe machen schien  mir nie eine gute Idee. Sollte ich nicht permanent dankbar, fröhlich und erfüllt von Gott sein – so als guter Christ?

Und dann holt mich das Leben ein: Hoher Wellengang, viel Enttäuschung, ungestillte Sehnsüchte, Einsamkeit, Stress und Druck. Noch dazu kommen Nöte in meinem Umfeld, Nöte in meiner Stadt, meines Landes und eine internationale Verantwortung trägt man als gut versorgter Europäer immerhin auch. Gestern schrieb mir jemand: „Ich will keine Zeitung mehr lesen, danach bin ich immer deprimiert“ und so geht es mir auch oft. Schaue ich auf mich sehe ich leere Gefäße, die dringend gefüllt werden müssen. Sie schreien nach Dingen, die ICH dringend brauche. Schaue ich weg von mir, sehe ich die leeren Gefäße anderer. Eine überwältigende Leere, die man in einer Wohlstandsgesellschaft vielleicht nicht erwartet.

In Deutschland lebt es sich materiell gesehen gut bis wunderbar leicht, das brauche ich dir nicht zu sagen. Ich bin auch noch mit Gesundheit gesegnet. Dann habe ich noch eine gute Familie, tolle Freunde, mache interessante Bekanntschaften und erlebe viel Gutes. Die Welt steht mir angeblich offen und ich müsste glücklich mit einem seligen Lächeln durch den Tag spazieren. Stattdessen rede ich davon „den Tag/ die Woche einfach nur zu überleben“.

Bin ich undankbar?

Darf ich Gott sagen: „Hey, ich kann nicht mehr“? Darf ich sagen: „Ich bin einfach nicht glücklich“? Darf ich sagen: „Ich brauche ….“?

Die Mentalität, sich nicht bei Gott zu beschweren, hat meine Lippen versiegelt. Und ich habe die Wut, die Enttäuschung, die Verlorenheit, die Angst geschluckt und geschluckt und geschluckt. Tag für Tag und die Wochen vergingen.

Du ahnst es…die EXPLOSION kam. WUMMMSSSSSS

Und plötzlich sitze ich am Ende meiner Kräfte und Weisheit da und mein Mund spricht aus, wovon mein Herz überflutet ist.  Nach meinem langen, lautstarken Monolog schlug ich die Bibel auf: Matthäus 8,23, die Sturmstillung (wie passend 🙂 )

Was ich für mich erkannt habe:

1. Ich bin gesunken, weil ich den Zeitpunkt verpasst habe

„Dann stieg Jesus ins Boot und fuhr mit seinen Jüngern über den See. Plötzlich kam ein schrecklicher Sturm auf und die gewaltigen Wellen schlugen ins Boot.“ (Matthäus 8,23-24 NL-Übersetzung)

Ich habe zugelassen, dass die Probleme und Sorgen, der Müll in mir sich immer mehr ansammeln konnte, bis es mich beinahe erdrückt hätte. Manchmal sind Notsituationen „plötzlich“ aber oft gibt es auch böse „Vorzeichen“ und „Ahnungen“ und ein schlechtes Ende ist absehbar. Ich möchte in Zukunft handeln, bevor die gewaltigen Wellen in mein Lebensboot einschlagen.

2. Gott war die ganze Zeit da und hat gewartet bis ich ihn einbeziehe

„Doch Jesus schlief. Schließlich weckten ihn die Jünger:“Herr, rette uns!“, riefen sie aufgeregt. „Wir sinken!“ (Matthäus 8,24-25) In Markus 4,38 heißt es: „In ihrer Verzweiflung weckten sie ihn schließlich.“

WER SCHLÄFT BITTE IM STURM? Der Wellengang war sicherlich heftig und alle anderen waren wach. Hatte Jesus sich vielleicht nur schlafend gestellt oder hat er die Situation registriert und sich einfach wieder umgedreht, im Wissen, dass eh nichts Schlimmes passieren würde?

Gott lässt uns in schwierige Situationen hineingeraten und er ist mit uns dort, mitten im Sturm. Wieso haben die Jünger Jesus nicht von Anfang an einbezogen in das Problem? Wollten sie ihn schonen weil er so einen anstrengenden Tag hatte? Wollten sie ihn nicht belästigen mit Wetterproblemen?

Jesus ist ihr Notnagel, ihre letzte Chance. Auf die Idee ihn zu fragen, ihn miteinzubeziehen kommen sie erst in letzter Minute. Das macht mich traurig, denn das passiert mir auch viel zu oft.

3. Für Gott ist der Stum kein Sturm

„Doch Jesus antwortete: „Warum habt ihr Angst? Ist euer Glaube denn so klein?“ Und er stand auf und drohte dem Wind und den Wellen und augenblicklich war alles wieder ruhig.“ (Matthäus 8,26)

In dem Bewusstsein, dass für Gott jedes menschliche Problem klein und jeder Berg von Schuld, Belastung und Schmerz ganz einfach zu beseitigen ist, lebt es sich leichter. Davon bin ich überzeugt.

 

Geschrieben von Zalea am 28.10.2014

 

 

 

 

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