Vom Bitten und Warten

Gepostet am Aktualisiert am


2014-07-25 11.09.02    „Kann ich bitte nur EINE EINZIGE Heidelbeere haben?“, fragte mich gestern ein kleines wunderschönes Mädchen als sie beim Blick in meine Handtasche ein Päckchen Heidelbeeren entdeckte.

„Nein, Zoe, das geht nicht. Wenn ich die Packung jetzt aufmache, fallen mir später alle in die Tasche.“

Zoe versuchte es dann erst ganz süß mit viel Wimpernklimpern und Charme, später versuchte sie mir die Tasche zu klauen und sich selbst Gerechtigkeit zu verschaffen

Ich blieb hart, denn ich wollte sehen, was für eine Art Mädchen sie ist. Wie hoch ist ihre Frustrationsgrenze? Gibt sie schnell auf? Wird sie frech oder beleidigend? Wird sie böse auf mich oder kommt sie drüber hinweg und spielt weiter mit mir? Ich wollte sehen, ob ich ihr wichtiger bin.

Heute Morgen wurde mir während meiner Stillen Zeit klar, dass ich gerade mit Gott dasselbe erlebe. Ich bete und bitte seit Monaten um eine konkrete Antwort auf eine konkrete Frage. Wenn ich mit meinen Wünschen und Sehnsüchten zu Gott komme und ihn bitte, weiß ich, dass er absolut alles machen kann. Zu jeder Zeit kann er das Unmögliche möglich machen und das ist sogar nicht schwer für ihn.

Also – wieso gibt er mir diese einzige Heidelbeere nicht?

„Für den Augenblick zwar erscheint uns jede Züchtigung nicht als Freude, sondern als Schmerz, später aber bringt sie denen die an ihr gewachsen sind, die Frucht des Friedens und der Gerechtigkeit.“ Hebräer 12,11 (Züricher Bibel 2007)

Züchtigung oder Erziehung (gr. paideia) beschreibt sowohl die „Zurechtweisung, Strafe“ als auch das „Einüben und Anleiten“.

Ich erlebe die Zeit des Bittens und Wartens mittlerweile als große Glaubens- und Charakterschule. An manchen Tagen höre ich, wie Gott antwortet „noch nicht“ oder „vertrau mir“ und dann gibt es Zeiten, wo sich Gott scheinbar still hält und abwartet, wie ich mich verhalte. Suche ich ihn oder lasse ich mich ablenken? Versuche ich es aus eigener Kraft oder vertraue ich darauf, dass er meine Bedürfnisse stillt und es gut mit mir meint?

Als ich sah, dass Zoe nach 2 Stunden zwar noch an die Heidelbeere dachte aber längst nicht mehr daran glaubte sie zu bekommen, öffnete ich ihre Hand und legte ihr eine einzige dicke Heidelbeere hinein. „Zoe, du darfst nie die Hoffnung aufgeben“, sprach ich lächend und sah in ihr stauendes Gesicht.

🙂

Geschrieben von Zalea

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