Christenverfolgung: Interview mit einem jungen Christen aus dem Iran

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Es ist ein großes Privileg für mich, immer wieder in Kontakt mit christlichen Flüchtlingen aus aller Welt zu kommen und sie ein Stück ihres Weges zu begleiten. A. (seine Identität muss geschützt werden) ist 16 Jahre alt und zusammen mit seiner älteren Schwester aus dem Iran geflohen. Der Iran steht auf Platz 9 des Open Doors Weltverfolgungsindexes.

Kurz nach seine Ankunft in Deutschland hat A. Kontakt zu Christen gesucht und seitdem integrieren wir ihn in unsere Gruppe. A. ist ein warmherziger, liebenswerter und einfühlsamer Junge, wahnsinnig schlau und reif für sein Alter.  Er hat sich bereit erklärt, euch einen Einblick in sein Leben zu geben. Die hier wiedergegebenen Äußerungen sind A’s persönliche Meinungen.

 

Frage: Du bist geboren und aufgewachsen in der Islamischen Republik Iran. Wie bist du Christ geworden?

A: Ich wurde, wie die absolute Mehrheit der Iraner, in eine muslimischen Familie hineingeboren. Ich habe selber aber nie an den Islam geglaubt. Glücklicherweise lernte ich in meiner Privatschule einen armenischen Jungen kennen, dessen Vater Pastor in einer Kirche war. Es gibt wenige christliche Kirchen im Iran. Nur Menschen, die ursprünglich in christlichen Familien geboren wurden, dürfen diese Kirchen besuchen. Dieser armenische Freund hat mir dann immer mehr von Jesus und dem Christentum erzählt.

 

Frage: Was hat dich an Jesus besonders beeindruckt?

A: Als mein Freund mir von Jesu Leben, Wunder  und Lehren erzählte, konnte ich nicht glauben, dass es jemanden auf der Erde gab, der mit so viel himmlischer Vollmacht ausgestattet war. Je mehr ich über Jesus lernte, desto faszinierter wurde ich. Ich wollte immer mehr über Jesus wissen.

 

Frage: Wie hat deine Familie reagiert, als sie herausfand, dass du Christ bist?

A: Als meine Familie herausfand, dass ich Christ bin, waren sie schockiert. Sie konnten es erst nicht glauben, weil ich immer ein ruhiger Typ war, der nie etwas illegales getan hatte. Das waren die schlimmsten und härtesten Tage meines Lebens. Als der Brief vom Gericht kam, hat mich meine Familie aber glücklicherweise bei meiner Flucht aus dem Iran unterstützt.

 

Frage: Konntest du deinen Glauben frei leben?

A: Ich und meine Schwester, die auch Christin ist, hatten viele Probleme im Iran. Wir konnten unseren Glauben niemals frei leben, wie so viele andere neue Christen im Iran, die nach außen ein muslimisches Leben führen müssen, um dem Gefängnis und der Todesstrafe zu entgehen. Wir konnten keine Kirche besuchen, weil die Polizei die Kirchen überwacht.

Bibeln sind im Iran verboten. Auch hierauf steht die Todesstrafe. Der armenische Pastor gab mir jedoch heimlich eine Bibel.

 

Frage: Wie ist die Situation der Christen im Iran?

A: Die iranische Regierung hat Null Toleranz und Akzeptanz für Christen. Sie wissen, wenn die Christen stark werden und frei ihren Glauben ausleben, würden viele den Islam verlassen. Die Regierung will ihre Macht erhalten und zwingt der Bevölkerung des Islam auf. Und das ganze ist sehr effektiv, weil der Islam eine Religion ist, die freies und kritisches Denken einschränkt und viele gefährliche Vorurteile gegen Christen schürt. Deshalb ist auch die Bevölkerung intolerant gegen Christen. Im besten Fall landen Christen im Gefängnis, häufig werden sie einfach umgebracht.

 

Frage: Warum bist du geflohen?

A: Ich war gezwungen den Iran zusammen mit meiner Schwester für immer zu verlassen als ich einen Gerichtsschreiben erhielt, indem ich aufgefordert wurde vor Gericht zu erscheinen. Die Polizei hatte herausgefunden, dass ich in mehrere christliche Aktivitäten involviert war. Kannst du dir  das vorstellen? Sie wollten einen 16-jährigen Jungen ins Gefängnis stecken.

 

Frage: Wie hast du die Christen in Deutschland erlebt?

A: Dass wir hier in Deutschland sofort eine christliche Gemeinde gefunden haben, war ein großes Wunder. Als wir uns sehr allein und einsam fühlten, war die Gemeinde da und hat uns unterstützt und geholfen. Es ist schön zu sehen, wie verbunden, freundlich und hilfsbereit die Christen hier sind. Es sind die besten Menschen, die man nur treffen kann 🙂

Frage: Können wir für dich beten?

A:Für mich ist das wichtigste Gebetsanliegen, dass ich ein vollkommener Christ werde in jedem Bereich meines Lebens. Ich hoffe, dass ich jeden Schritt meines Lebens mit Gott gehe und seinen Segen habe. Er hat uns in den schlimmsten Tagen unseres Leben geholfen, er hat uns versorgt und uns beschützt in wirklich schlimmen Situationen. Jetzt liegt es uns, ihm zu zeigen, wie dankbar wir für alles sind. Egal wo auf der Welt wird sind, vertrauen wir auf ihn und seine Macht und wollen dankbar sein.

Bitte betet für A. und seine Schwester, die evtl. wegen des Dublin II Abkommens der EU nach Spanien abgeschoben werden sollen. Dort gibt es kaum evangelische freikirchliche Gemeinschaften und die Lebensumstände für Asylanten sind teilweise furchtbar.

Geschrieben von Zalae am 16.06.2014

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